Über die E-Rechnungspflicht wird meist in Form von Fristen und Formaten gesprochen. Weniger Beachtung findet, was passiert, wenn man sie verpasst — und die Antwort fällt je nach Land sehr unterschiedlich aus. Manche Zahlen sind hoch genug, um zu ändern, wie dringend man das Thema angehen sollte.
Deutschland: §26a UStG
Wird eine vorgeschriebene E-Rechnung nicht im konformen Format ausgestellt, ist das eine Ordnungswidrigkeit nach §26a UStG mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 € je Verstoß. Jede nicht konforme Rechnung — oder jede, die bei einer Betriebsprüfung auffällt — kann als eigener Verstoß gewertet werden. Das Risiko skaliert also mit der Menge, nicht mit einer einmaligen Pauschalstrafe.
Eine zweite Konsequenz wiegt in der Praxis oft schwerer als das Bußgeld selbst: Eine nicht konforme Rechnung kann von der Buchhaltungssoftware deines Kunden abgelehnt werden, und dein Kunde kann unter Umständen die Vorsteuer erst abziehen, wenn du eine korrigierte, konforme Version ausstellst. Das ist ein langsameres, unangenehmeres Problem als ein Bußgeld — es verzögert deine Zahlung und macht dich zum Grund, warum die Buchhaltung deines Kunden stockt.
Griechenland: myDATA
Das griechische E-Rechnungs- und Meldesystem myDATA, betrieben von der Steuerbehörde AADE, verhängt einige der schärfsten Strafen in der EU:
| Verstoß | Strafe |
|---|---|
| Keine Übermittlung der Umsatzdaten | 10 % des Nettowerts je Position, gedeckelt auf 250 €/Tag und 100.000 €/Jahr |
| Verspätete Übermittlung | 50 % der Strafe für Nichtübermittlung |
| Nicht konforme E-Rechnung bei umsatzsteuerpflichtigem Umsatz | 50 % des Umsatzsteuerbetrags dieser Transaktion |
| Zweiter Verstoß innerhalb von 5 Jahren | Strafe verdoppelt sich |
| Dritter oder weiterer Verstoß innerhalb von 5 Jahren | Strafe vervierfacht sich |
| Vorsätzliche Umgehung (erster Fall) | Pauschal 5.000–15.000 € |
| Vorsätzliche Umgehung (wiederholter Fall) | Pauschal 15.000–40.000 € |
Zusätzlich zu den direkten Strafen können nicht ordnungsgemäß über myDATA übermittelte Rechnungen das Recht auf Vorsteuerabzug kosten — dasselbe zugrunde liegende Risiko wie in Deutschland, aber mit einem deutlich schärferen Strafenkatalog direkt an die Meldepflicht geknüpft.
Das Muster in beiden Ländern
In beiden Ländern ist das Bußgeld nur die halbe Geschichte. Die größeren praktischen Kosten entstehen durch eine abgelehnte oder strittige Rechnung: ein Kunde, der nicht verarbeiten kann, was du geschickt hast, ein Vorsteuerabzug, der hängen bleibt, und eine Zahlung, die hinter all dem wartet. Das Format von Anfang an richtig zu machen, vermeidet beide Probleme gleichzeitig.
Für den vollständigen Überblick über Formate, Fristen und was “konform” tatsächlich bedeutet, siehe unseren Guide Was ist E-Rechnung.
In Billino
Jede Rechnung, die Billino erstellt, ist bereits eine konforme ZUGFeRD-/Factur-X-Datei im Profil EN 16931 (Comfort) — das Format, das die deutsche E-Rechnungspflicht erfüllt, ohne dass du dafür einen zusätzlichen Schritt machen musst. Du entscheidest nicht bei jeder Rechnung neu zwischen “richtig machen” und “Bußgeldrisiko eingehen” — das konforme Format ist einfach das, was standardmäßig herauskommt.